Der Felssturz im Fulnau bildetete die topographische Grundlage vom Schlössli. Vor ca. 13’000 – 13’500 Jahren ereignete sich der Felssturz im Fulnau der das Tal verschloss und so einen See entstehen liess. Dabei glitten riesige Kalksteinblöcke vom Felsband am Riesenberg auf einer Mergelschicht in das Pelzmühletal. Beim Heruntergleiten der Felsblöcke teilten sie sich oder fielen um und übereinander. Einige solche Felsen bildeten den heuigen Felsgarten auf welchem sich das Schlössli befand. Dieser Felsgarten war ursprünglich, als er sich noch am Riesenberg befand zusammenhängendes Felsmassiv. In der heutigen Position ist er in mehrere Teile zerfallen. Zwei grosse Felsblöcke welche beim Abrutschen ca. 8m auseinander driffteten bildeten einen natürlichen Burginnenhof. In den westlichen Felsen wurde die Felskaverne geschlagen und auf dem östlichen Felsen befand sich das Gebäude. Dieser Felsgarten bot ideale natürliche Voraussetzungen für eine Burgstelle. Durch die schroffen hohen Felswände war ein guter Schutz und gute Verteidungsmöglichkeiten vorhanden was bereits in der spätnoelithischen- bis in die frühe Bronzezeit genutzt wurde. Wasser und Nahrung war vorhanden aus dem Wald, dem See und vom Ackerbau. Das Felssturzgebiet ist aber noch nicht vollständig zur Ruhe gekommen. Bereits eine Sage vom Schlössli berichtet über einen Felssturz und auch in der Neuzeit fallen noch über oder unter dem Boden immer wieder Felsformationen in sich zusammen oder weiter ins Pelmühletal.
Mit den Sondiergrabungen 2015 konnte die Existenz vom Schlössli Steinegg mit interessanten Funden und Befunden belegt werden. Das Schlössli war der Herrschaftssitz der ehemaligen Herrschaft Steinegg. Die Gründung der Burgstelle geht aus heutigen Erkenntnissen auf Mitte des 12. Jh. zurück. Noch ist unklar wer die Gründer waren. Aufgrund der damaligen Expansionspolitik der Ramsteiner wird vermutet, dass sie als Gründerfamilie in Frage kommen. Die Ramsteiner stammten ursprünglich aus Brislach und bauten vermutlich als ersten Herrschaftssitz die Burg Moosgräben oberhalb Breitenbach. Später kam das Schloss Ramstein, das Schloss Gilgenberg und zuletzt das Schloss Zwingen wo sie schlussendlich ihre Macht konzentrierten bevor das Geschlecht ausstarb und die Besitztümer auf Umwegen und unter Streitigkeiten an die Kantone Bern, Baselland und Solothurn übergingen.
Das Schlössli Steinegg wurde als Herrschaftsitz für die neue Rodungsherrschaft Steinegg erbaut. Die Höfe Stainig, Fulnau und Moos gehörten nachweislich zur Rodungsherrschaft und die Höfe Eigen, Unterackert und Rüttmatt vermutlich. Durch die Rodungstätig-keit war der Baustoff Holz in genüge vorhanden. Es ist daher auch nachvollziebar, dass das Schlössli aus Holz erbaut wurde.
Über den Niedergang vom Schlössli kann nur spekuliert werden. Die letzten Funde datieren ins späte 14. Jh. Als mögliche Gründe fallen in Betracht:
- Politisch/wirtschaftliche Gründe, Konzentration der Ramsteinermacht auf das Schloss Zwingen.
- Die Sage «vom doppelten Kreuz» berichtet, dass sich die Ritter Kuno und Kuenz in einem Kampf gegenseitig umgebracht haben.
- 1347-1350 grasierte die Pest in unserer Region.
- In einer weiteren Sage wird berichtet, dass ein Bergsturz die Rittersfamilie mit in die Tiefe riss.